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Eidgenössische Volksinitiative 'für eine gesunde Krankenversicherung'

Status
Erledigt
Ergebnis
❌ In der Abstimmung abgelehnt
Unterschriftensammlung
1984-09-18 – 1986-03-18
Abstimmungsdatum
1994-12-04
Gültige Unterschriften
103,575
Empfehlung des Parlaments
❌ Ablehnung der Initiative, indirekter Gegenentwurf
Empfehlung des Bundesrats
❌ Ablehnung der Initiative
Form
Eidg. Volksinitiative (Ausgearbeiteter Entwurf)
Verfassungsartikel
Aenderung von Art. 34bis BV

Anmerkung: Indirekter Gegenentwurf, KVG-Revision vom 18.03.1994, AS 1995 1328.

Initiativtext

Die Volksinitiative lautet:

Die Bundesverfassung wird wie folgt geändert:

Art. 34bis

1Der Bund richtet auf dem Wege der Gesetzgebung die Kranken- und die Unfallversicherung ein. Er überträgt deren Durchführung Einrichtungen, die Versicherung nach dem Grundsatz der Gegenseitigkeit betreiben.

  1. Die Unfallversicherung ist für alle Arbeitnehmer obligatorisch. Der Bund kann das Obligatorium auf weitere Kreise der Bevölkerung ausdehnen.
  2. Die Krankenpflegeversicherung ist für die ganze Bevölkerung obligatorisch. Sie deckt ohne zeitliche Begrenzung die Behandlungskosten bei Krankheit und, soweit nicht anderweitig von Gesetzes wegen versichert, bei Unfall; eingeschlossen sind die Hauskrankenpflege und Leistungen der Gesundheitsvorsorge.

Die Versicherung wird finanziert:

  1. durch Beiträge der Versicherten nach Massgabe ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit; bei Erwerbstätigen wird das volle Erwerbseinkommen zur Bemessung des Beitrags herangezogen, wobei die Arbeitgeber bei Arbeitnehmern mindestens die Hälfte übernehmen. Kinder bezahlen keine Beiträge;
  2. durch einen Beitrag des Bundes von mindestens einem Viertel der Ausgaben; das Gesetz regelt die Beteiligung der Kantone am Bundesbeitrag.

Das Gesetz kann eine Beteiligung der Versicherten an den von ihnen verursachten Kosten von höchstens einem Fünftel ihres Beitrages pro Jahr vorsehen; keine Kostenbeteiligung darf bei Vorsorgemassnahmen erhoben werden.

Die Krankengeldversicherung ist für alle Arbeitnehmer obligatorisch. Sie zahlt bei Lohnausfall infolge Krankheit ein Taggeld von mindestens 80 Prozent des versicherten Lohnes. Die Versicherung wird finanziert durch Beiträge in Prozenten des versicherten Lohnes, wobei die Arbeitgeber mindestens die Hälfte tragen. Der Bund sorgt dafür, dass sich gesetzlich nicht versicherte Personen der Taggeldversicherung für Leistungen bei Krankheit oder Unfall anschliessen können.

2Die Behandlungsfreiheit ist im Rahmen der Wirtschaftlichkeit gewährleistet. Bund und Kantone sorgen für die wirtschaftliche Verwendung der Finanzmittel der Versicherung. Zu diesem Zweck erlassen sie Tarif- und Abrechnungsvorschriften und legen verbindliche Spitalplanungen fest.

Chronologie

Unterschriften nach Kanton

Geodaten © swisstopo

KantonEingereichtGültig Ungültig Anteil an der Bevölkerung (%)
Zürich 16,496 16,238 258 1.44
Bern 22,304 22,043 261 2.38
Luzern 3,061 3,026 35 0.99
Uri 380 357 23 1.07
Schwyz 781 753 28 0.73
Obwalden 155 155 0 0.56
Nidwalden 308 308 0 0.99
Glarus 217 209 8 0.57
Zug 584 577 7 0.71
Freiburg 2,806 2,756 50 1.42
Solothurn 3,778 3,726 52 1.7
Basel-Stadt 6,431 6,378 53 3.28
Basel-Landschaft 4,024 3,953 71 1.75
Schaffhausen 1,876 1,860 16 2.67
Appenzell Ausserrhoden 757 289 468 0.59
Appenzell Innerrhoden 112 111 1 0.84
St. Gallen 3,699 3,657 42 0.91
Graubünden 1,365 1,328 37 0.8
Aargau 4,520 4,409 111 0.93
Thurgau 2,113 2,069 44 1.08
Tessin 5,683 5,510 173 1.99
Waadt 6,759 6,670 89 1.21
Wallis 3,160 3,013 147 1.3
Neuenburg 6,660 6,593 67 4.22
Genf 4,991 4,831 160 1.33
Jura 2,859 2,756 103 4.26
Schweiz 105,879 103,575 2,304 1.59

Bevölkerungsschätzungen: Bundesamt für Statistik / HSSO

Volksabstimmung vom 4. Dezember 1994: Die Vorlage wurde abgelehnt (Ja 23.45% / Nein 76.55%)

Ergebnisse nach Kanton

Geodaten © swisstopo

KantonJa-Anteil (%) Ja-StimmenNein-Stimmen Stimmbeteiligung (%)
Zürich 22.31 80,529 280,469 48.22
Bern 25.05 73,228 219,050 44.34
Luzern 17.57 18,055 84,688 46.26
Uri 21.37 2,221 8,171 42.14
Schwyz 16.42 5,135 26,143 40.37
Obwalden 11.18 923 7,331 39.84
Nidwalden 14.24 1,544 9,299 43.51
Glarus 17.48 1,587 7,490 37.24
Zug 18.17 4,991 22,483 47.3
Freiburg 26.29 14,641 41,041 37.78
Solothurn 24.14 19,113 60,059 50.43
Basel-Stadt 28.16 17,726 45,225 49.24
Basel-Landschaft 20.53 16,153 62,509 46.43
Schaffhausen 20.66 6,169 23,687 66.01
Appenzell Ausserrhoden 16.69 2,890 14,423 49.55
Appenzell Innerrhoden 8.18 351 3,938 44.07
St. Gallen 17.49 21,143 99,711 43.59
Graubünden 19.69 7,458 30,424 31.29
Aargau 16.42 22,325 113,637 38.12
Thurgau 15.22 9,079 50,579 44.6
Tessin 30.57 21,467 48,752 38.75
Waadt 29.63 40,657 96,581 38.72
Wallis 22.8 15,292 51,784 38.9
Neuenburg 34.6 13,615 25,734 38.71
Genf 37.9 37,066 60,736 49.98
Jura 41.69 7,316 10,233 37.87
Schweiz 23.45 460,674 1,504,177 43.76

Eidgenössische Daten von der Bundeskanzlei über LINDAS

Kantonsbevölkerung vom Bundesamt für Statistik und der Historischen Statistik der Schweiz (HSSO)

Kantonale Register