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Eidgenössische Volksinitiative 'Solidarität schafft Sicherheit: Für einen freiwilligen Zivilen Friedensdienst (ZFD)'

Status
Erledigt
Ergebnis
❌ In der Abstimmung abgelehnt
Unterschriftensammlung
1998-03-17 – 1999-09-17
Abstimmungsdatum
2001-12-02
Gültige Unterschriften
113,299
Empfehlung des Parlaments
❌ Ablehnung der Initiative
Empfehlung des Bundesrats
❌ Ablehnung der Initiative
Form
Eidg. Volksinitiative (Ausgearbeiteter Entwurf)
Verfassungsartikel
Art. 8bis (neu), UeBst Art. 25 (neu)

Anmerkung: Romanische Übersetzung des Initiativtextes gemäss Art. 23 Abs. 4 VPR im deutschsprachigen Bundesblatt vom 26.05.1998 veröffentlicht: BBl 1998 2771.

Initiativtext

Die Volksinitiative lautet:

I

Die Bundesverfassung wird wie folgt ergänzt:

Art. 8bis (neu)

1Die Schweiz unterhält einen Zivilen Friedensdienst (ZFD) als Instrument einer aktiven Friedenspolitik.

2Der Zivile Friedensdienst trägt im In- und Ausland dazu bei, Gewaltverhältnisse abzubauen sowie deren Neuentstehung zu verhindern. Dazu entwickelt er insbesondere Massnahmen zur Früherkennung und Prävention von Gewaltpotentialen, zum Schutz der Lebensgrundlagen, zur friedlichen Beilegung gewalttätiger Auseinandersetzungen und zum sozialen Wiederaufbau.

3Die Mitarbeit im Zivilen Friedensdienst ist freiwillig. Dienstleistende werden für Einsätze sowie einsatzspezifische Aus- und Weiterbildung angemessen entschädigt. Bei den Friedensdienstleistenden wird eine gleichmässige Vertretung beider Geschlechter angestrebt.

4Der Zivile Friedensdienst bietet in Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen, Nichtregierungsorganisationen und Privaten eine Grundausbildung an, die Wissen und Praktiken gewaltfreier Konfliktbearbeitung vermittelt. Sie bereitet auf ZFD-Einsätze vor und steht allen in der Schweiz wohnhaften Personen kostenlos offen.

5Der Zivile Friedensdienst sorgt für die einsatzspezifische Aus- und Weiterbildung von Friedensdienstleistenden. Er berücksichtigt dabei persönliche Qualifikationen der Dienstleistenden und Bedarf.

6Der Zivile Friedensdienst organisiert auf Anfrage von Nichtregierungsorganisationen, staatlichen Institutionen und internationalen Organisationen unbewaffnete Friedenseinsätze. Dabei arbeitet er eng mit lokalen Organisationen zusammen.

7Der Zivile Friedensdienst wird mit öffentlichen Mitteln finanziert. In der Regel beauftragt er geeignete Nichtregierungsorganisationen mit der Planung und Durchführung von Einsätzen.

8Eine unabhängige, geschlechterparitätisch zusammengesetzte Kommission begleitet wegweisend und kontrollierend die Ausgestaltung sowie Durchführung der Grundausbildung, der einsatzspezifischen Aus- und Weiterbildung sowie der Einsätze des Zivilen Friedensdienstes. Darin arbeiten insbesondere Organisationen mit, die friedens-, frauen-, umwelt-, migrations- und entwicklungspolitische Anliegen vertreten.

II

Die Uebergangsbestimmungen der Bundesverfassung werden wie folgt ergänzt:

Art. 25 (neu)

1Einsätze sowie einsatzspezifische Aus- und Weiterbildung im Rahmen des Zivilen Friedensdienstes (ZFD) gemäss Artikel 8bis der Bundesverfassung gelten als unverschuldete Verhinderung der Arbeitsleistung. Der Kündigungsschutz richtet sich nach den Bestimmungen über den Zivildienst.

2Der Zivile Friedensdienst darf keine bestehenden Arbeitsplätze gefährden oder geltende Arbeitsbedingungen verschlechtern.

3Solange in der Schweiz ein Zivildienst besteht, werden die im Rahmen der Grundausbildung, der einsatzspezifischen Aus- und Weiterbildung und der Einsätze des Zivilen Friedensdienstes geleisteten Tage als Zivildiensttage angerechnet.

4Soweit binnen fünf Jahren kein Ausführungsgesetz zu Artikel 8bis der Bundesverfassung in Kraft gesetzt worden ist, regelt der Bundesrat die Einzelheiten des Zivilen Friedensdienstes mittels Verordnung.

Chronologie

Unterschriften nach Kanton

Geodaten © swisstopo

KantonEingereichtGültig Ungültig Anteil an der Bevölkerung (%)
Zürich 19,919 19,783 136 1.65
Bern 18,233 18,103 130 1.92
Luzern 3,767 3,714 53 1.08
Uri 151 147 4 0.41
Schwyz 679 668 11 0.52
Obwalden 221 217 4 0.67
Nidwalden 307 305 2 0.81
Glarus 163 155 8 0.4
Zug 761 741 20 0.76
Freiburg 2,423 2,359 64 1.01
Solothurn 2,722 2,667 55 1.09
Basel-Stadt 10,601 10,577 24 5.61
Basel-Landschaft 6,348 6,271 77 2.42
Schaffhausen 1,088 1,073 15 1.46
Appenzell Ausserrhoden 556 548 8 1.02
Appenzell Innerrhoden 79 76 3 0.51
St. Gallen 3,776 3,722 54 0.83
Graubünden 1,921 1,868 53 1.0
Aargau 4,771 4,719 52 0.87
Thurgau 1,363 1,336 27 0.59
Tessin 6,059 5,952 107 1.93
Waadt 9,453 9,324 129 1.51
Wallis 3,059 3,036 23 1.1
Neuenburg 2,951 2,928 23 1.77
Genf 11,356 11,335 21 2.81
Jura 1,692 1,675 17 2.43
Schweiz 114,419 113,299 1,120 1.58

Bevölkerungsschätzungen: Bundesamt für Statistik / HSSO

Volksabstimmung vom 2. Dezember 2001: Die Vorlage wurde abgelehnt (Ja 23.21% / Nein 76.79%)

Ergebnisse nach Kanton

Geodaten © swisstopo

KantonJa-Anteil (%) Ja-StimmenNein-Stimmen Stimmbeteiligung (%)
Zürich 24.84 78,073 236,266 40.34
Bern 20.94 54,096 204,213 38.69
Luzern 18.07 17,227 78,095 41.43
Uri 15.4 1,488 8,174 39.24
Schwyz 14.38 5,560 33,096 45.9
Obwalden 15.49 1,481 8,083 43.5
Nidwalden 13.2 1,446 9,511 41.04
Glarus 14.77 1,280 7,388 35.63
Zug 17.86 5,155 23,712 44.46
Freiburg 24.9 14,723 44,407 37.75
Solothurn 18.34 11,242 50,063 37.68
Basel-Stadt 29.48 14,774 35,345 43.23
Basel-Landschaft 23.36 15,358 50,389 37.93
Schaffhausen 24.62 6,485 19,853 59.4
Appenzell Ausserrhoden 17.17 2,637 12,721 43.49
Appenzell Innerrhoden 10.43 384 3,296 37.27
St. Gallen 16.79 17,726 87,876 37.13
Graubünden 19.93 8,266 33,217 33.2
Aargau 17.15 20,039 96,789 33.09
Thurgau 16.57 8,420 42,407 36.4
Tessin 27.04 16,304 43,998 31.51
Waadt 31.0 32,765 72,924 29.52
Wallis 21.51 11,786 43,006 30.33
Neuenburg 34.17 16,800 32,365 48.09
Genf 40.16 34,848 51,916 42.16
Jura 39.16 6,507 10,111 35.58
Schweiz 23.21 404,870 1,339,221 37.86

Eidgenössische Daten von der Bundeskanzlei über LINDAS

Kantonsbevölkerung vom Bundesamt für Statistik und der Historischen Statistik der Schweiz (HSSO)

Kantonale Register