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Eidgenössische Volksinitiative 'gegen Asylrechtsmissbrauch'

Status
Erledigt
Ergebnis
❌ In der Abstimmung abgelehnt
Unterschriftensammlung
1999-05-25 – 2000-11-25
Abstimmungsdatum
2002-11-24
Gültige Unterschriften
107,438
Empfehlung des Parlaments
❌ Ablehnung der Initiative
Empfehlung des Bundesrats
❌ Ablehnung der Initiative
Form
Eidg. Volksinitiative (Ausgearbeiteter Entwurf)
Verfassungsartikel
Art. 121 Abs. 1a (neu), UeBest Art. 197 (neu)

Initiativtext

Die Volksinitiative lautet:

I

Die Bundesverfassung vom 18. April 1999 wird wie folgt ergänzt:

Art. 121 Abs. 1a (neu)

1aZur Verhinderung von Asylrechtsmissbrauch beachtet der Bund unter Vorbehalt der völkerrechtlichen Verpflichtungen insbesondere folgende Grundsätze:

a. Ist der Asylsuchende aus einem sicheren Drittstaat in die Schweiz eingereist, wird auf ein Asylgesuch nicht eingetreten, wenn der Asylsuchende im Drittstaat ein Asylgesuch gestellt hat oder hätte stellen können.

b. Der Bundesrat legt eine Liste sicherer Drittstaaten fest, in denen die Umsetzung des Abkommens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge und der Europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten sichergestellt ist.

c. Gegen Fluggesellschaften des konzessionierten Linienverkehrs, welche die Schweiz anfliegen und die geltenden Vorschriften der Mitwirkung bei der Kontrolle der Einreisevorschriften nicht einhalten, werden Sanktionen ergriffen. Einzelheiten regelt das Gesetz.

d. Fürsorgeleistungen an Asylsuchende werden einheitlich für die ganze Schweiz und abweichend von den allgemeinen Normen angesetzt. Sie werden in der Regel durch Sachleistungen erbracht.

e. Die Kantone bestimmen die Leistungserbringer für die ärztliche und zahnärztliche Betreuung von Asylsuchenden.

f. Asylsuchende, deren Gesuch abgelehnt oder auf deren Gesuch nicht eingetreten wurde, und bei denen der Vollzug der Wegweisung möglich, zulässig und zumutbar ist, sowie vorläufig Aufgenommene, welche ihre Mitwirkungspflicht grob verletzen, erhalten bis zu ihrer Ausreise staatliche Fürsorgeleistungen nur im Werte einfacher Unterkunft und Verpflegung sowie ärztlichen und zahnärztlichen Notfalldienst. Erwerbstätigkeiten sind ihnen nur im Rahmen von staatlichen Beschäftigungsprogrammen erlaubt.

II

Die Übergangsbestimmungen der Bundesverfassung werden wie folgt ergänzt:

Art. 197 (neu)

1. Uebergangsbestimmung zu Art. 121 Abs. 1a (Asylrecht) (neu)

Die Bestimmungen von Artikel 121 Absatz 1a treten drei Monate nach ihrer Annahme durch Volk und Stände in Kraft. Der Bundesrat erlässt die nötigen Vollzugsbestimmungen auf dem Verordnungswege, bis sie durch die ordentliche Gesetzgebung abgelöst werden.

Chronologie

Unterschriften nach Kanton

Geodaten © swisstopo

KantonEingereichtGültig Ungültig Anteil an der Bevölkerung (%)
Zürich 29,463 29,400 63 2.43
Bern 14,516 14,114 402 1.5
Luzern 4,674 4,660 14 1.34
Uri 521 521 0 1.48
Schwyz 2,607 2,605 2 2.0
Obwalden 554 554 0 1.71
Nidwalden 677 667 10 1.76
Glarus 617 601 16 1.56
Zug 1,589 1,577 12 1.59
Freiburg 1,575 1,566 9 0.66
Solothurn 4,382 4,333 49 1.78
Basel-Stadt 2,398 2,397 1 1.28
Basel-Landschaft 3,582 3,461 121 1.33
Schaffhausen 2,120 2,112 8 2.88
Appenzell Ausserrhoden 823 809 14 1.51
Appenzell Innerrhoden 252 252 0 1.68
St. Gallen 7,635 7,619 16 1.7
Graubünden 2,512 2,481 31 1.33
Aargau 12,366 12,241 125 2.25
Thurgau 3,511 3,497 14 1.54
Tessin 4,941 4,814 127 1.55
Waadt 3,540 3,420 120 0.55
Wallis 1,469 1,460 9 0.53
Neuenburg 475 473 2 0.29
Genf 1,643 1,620 23 0.4
Jura 184 184 0 0.27
Schweiz 108,626 107,438 1,188 1.49

Bevölkerungsschätzungen: Bundesamt für Statistik / HSSO

Volksabstimmung vom 24. November 2002: Die Vorlage wurde abgelehnt (Ja 49.91% / Nein 50.09%)

Ergebnisse nach Kanton

Geodaten © swisstopo

KantonJa-Anteil (%) Ja-StimmenNein-Stimmen Stimmbeteiligung (%)
Zürich 50.56 211,091 206,398 52.7
Bern 48.64 153,136 161,674 46.59
Luzern 48.1 58,734 63,377 52.48
Uri 53.19 5,331 4,691 40.16
Schwyz 61.57 28,907 18,040 54.53
Obwalden 51.08 5,104 4,888 44.55
Nidwalden 54.04 6,568 5,585 44.36
Glarus 62.99 7,187 4,223 46.19
Zug 48.94 17,297 18,044 53.39
Freiburg 44.33 29,472 37,006 41.47
Solothurn 55.62 45,368 36,198 49.62
Basel-Stadt 43.03 26,163 34,644 52.27
Basel-Landschaft 50.3 43,617 43,101 49.46
Schaffhausen 51.57 15,591 14,641 65.87
Appenzell Ausserrhoden 55.88 11,219 8,857 56.42
Appenzell Innerrhoden 60.29 2,868 1,889 47.88
St. Gallen 60.87 86,093 55,342 48.97
Graubünden 51.46 25,320 23,882 38.88
Aargau 58.04 88,656 64,087 42.57
Thurgau 60.89 41,768 26,826 48.37
Tessin 48.14 30,924 33,315 33.05
Waadt 41.69 77,560 108,481 51.16
Wallis 42.31 28,641 39,057 36.55
Neuenburg 42.58 23,784 32,067 53.88
Genf 38.62 41,329 65,689 50.88
Jura 39.73 7,614 11,548 40.29
Schweiz 49.91 1,119,342 1,123,550 47.93

Eidgenössische Daten von der Bundeskanzlei über LINDAS

Kantonsbevölkerung vom Bundesamt für Statistik und der Historischen Statistik der Schweiz (HSSO)

Kantonale Register