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Eidgenössische Volksinitiative 'Mitenand-Initiative für eine neue Ausländerpolitik'

Status
Erledigt
Ergebnis
❌ In der Abstimmung abgelehnt
Unterschriftensammlung
1974-10-30
Abstimmungsdatum
1981-04-05
Gültige Unterschriften
55,954
Empfehlung des Parlaments
❌ Ablehnung der Initiative, indirekter Gegenentwurf
Empfehlung des Bundesrats
❌ Ablehnung der Initiative
Form
Eidg. Volksinitiative (Ausgearbeiteter Entwurf)
Verfassungsartikel
Art. 69ter und UeBest. BV

Anmerkung: Indirekter Gegenentwurf, Ausländergesetz vom 19.06.1981; BBl 1981 II 568. Dieser wurde vom Volk am 06.06.1982, vgl. Abstimmung Nr. 309, verworfen. Sammelbeginn: Die Initiative wurde Ende Oktober 1974 lanciert.

Initiativtext

Die Volksinitiative lautet:

Art. 69ter der Bundesverfassung wird durch folgende Bestimmung ersetzt:

Art. 69ter

1Der Bund ist zur Gesetzgebung auf dem Gebiet der Ausländerpolitik zuständig.

2Diese Gesetzgebung sichert die Menschenrechte, die soziale Sicherheit und den Familiennachzug der Ausländer. Sie berücksichtigt die Interessen der Schweizer und Ausländer gleichermassen. Sie trägt einer ausgewogenen sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung Rechnung.

3Aufenthaltsbewilligungen sind zu erneuern, sofern nicht der Richter eine Ausweisung wegen strafrechtlicher Widerhandlung verfügt. Als bevölkerungspolitische Massnahmen sind lediglich Einreisebeschränkungen, nicht aber Wegweisungen zulässig. Flüchtlinge sind von allfälligen Einreisebeschränkungen ausgenommen.

4Bund, Kantone und Gemeinden ziehen die Ausländer in Fragen, die sie betreffen, zur Vernehmlassung bei. Sie fördern im Einvernehmen mit den Ausländern deren Eingliederung in die schweizerische Gesellschaft; die Gesetzgebung sieht geeignete Massnahmen vor.

5Der Vollzug des Bundesgesetzes bleibt unter der Oberaufsicht des Bundes Sache der Kantone; die Bundesgesetzgebung kann bestimmte Befugnisse den Bundesbehörden vorbehalten und gewährleistet einen umfassenden Rechtsschutz der Ausländer einschliesslich der Rekursmöglichkeit an die Gerichte.

Übergangsbestimmungen

1Der Bundesrat hat spätestens innert 3 Jahren den eidgenössischen Räten ein Bundesgesetz vorzulegen, das den Grundsätzen des Artikels 69ter entspricht.

2Mit der Annahme dieses Verfassungsartikels stehen den Ausländern die Meinungsäusserungs-, Versammlungs-, Vereinigungs- und Niederlassungsfreiheit sowie die freie Wahl des Arbeitsplatzes in gleicher Weise zu wie den Schweizern.

3Die Zahl der Einreisebewilligungen für Ausländer zum Zwecke der Erwerbstätigkeit darf die Zahl der im Vorjahr ausgereisten erwerbstätigen Ausländer nicht übersteigen. Freiwillig ausgereiste Erwerbstätige erhalten bei neuen Einreisebewilligungen im folgenden Jahr den Vorzug. Diese Bestimmungen können durch die Bundesgesetzgebung frühestens 10 Jahre nach ihrem Inkrafttreten gelockert werden. Ausgenommen sind Funktionäre internationaler Organisationen.

4Absatz 3 des Verfassungsartikels tritt mit der Annahme der Initiative in Kraft.

5Saisonarbeiter sind den Aufenthaltern gleichzustellen. Bisherige Rechtsbeschränkungen sind innert 5 Jahren nach Annahme der Initiative aufzuheben.

Artikel 69ter tritt sofort nach Annahme durch Volk und Stände und dem Erwahrungsbeschluss der Bundesversammlung in Kraft.

Der deutsche Text der Volksinitiative ist massgebend.

Chronologie

Unterschriften nach Kanton

Geodaten © swisstopo

KantonEingereichtGültig Ungültig Anteil an der Bevölkerung (%)
Zürich 13,887 13,866 21 1.25
Bern 8,245 8,120 125 0.83
Luzern 3,094 3,093 1 1.06
Uri 422 422 0 1.24
Schwyz 456 454 2 0.48
Obwalden 262 262 0 1.03
Nidwalden 204 204 0 0.74
Glarus 18 18 0 0.05
Zug 957 338 619 0.46
Freiburg 1,104 1,081 23 0.59
Solothurn 1,077 1,074 3 0.49
Basel-Stadt 4,346 4,346 0 2.05
Basel-Landschaft 1,596 1,592 4 0.74
Schaffhausen 1,244 1,243 1 1.8
Appenzell Ausserrhoden 87 86 1 0.18
Appenzell Innerrhoden 2 2 0 0.02
St. Gallen 3,031 3,027 4 0.79
Graubünden 405 405 0 0.25
Aargau 1,365 1,361 4 0.31
Thurgau 681 680 1 0.38
Tessin 525 523 2 0.2
Waadt 3,996 3,990 6 0.77
Wallis 954 952 2 0.44
Neuenburg 2,376 2,375 1 1.49
Genf 6,476 6,440 36 1.88
Schweiz 56,810 55,954 856 0.89

Bevölkerungsschätzungen: Bundesamt für Statistik / HSSO

Volksabstimmung vom 5. April 1981: Die Vorlage wurde abgelehnt (Ja 16.22% / Nein 83.78%)

Ergebnisse nach Kanton

Geodaten © swisstopo

KantonJa-Anteil (%) Ja-StimmenNein-Stimmen Stimmbeteiligung (%)
Zürich 15.63 46,445 250,686 42.86
Bern 13.64 27,327 173,006 33.16
Luzern 12.74 9,969 68,269 42.4
Uri 10.13 1,029 9,127 47.47
Schwyz 11.07 2,522 20,258 38.22
Obwalden 8.64 535 5,656 38.06
Nidwalden 9.82 794 7,294 42.71
Glarus 7.08 672 8,815 41.92
Zug 12.3 2,693 19,210 48.7
Freiburg 24.21 10,902 34,124 38.72
Solothurn 13.34 6,904 44,861 37.75
Basel-Stadt 18.81 9,528 41,125 36.54
Basel-Landschaft 17.99 9,481 43,234 38.82
Schaffhausen 15.17 4,453 24,910 70.93
Appenzell Ausserrhoden 10.5 1,257 10,715 39.63
Appenzell Innerrhoden 7.08 244 3,200 41.48
St. Gallen 10.07 8,426 75,215 35.78
Graubünden 8.79 3,596 37,309 39.91
Aargau 11.76 11,071 83,095 34.58
Thurgau 10.44 4,803 41,217 43.18
Tessin 18.24 13,205 59,192 47.98
Waadt 24.74 28,201 85,790 36.67
Wallis 12.96 8,193 55,046 46.05
Neuenburg 30.54 14,635 33,282 50.36
Genf 24.12 19,743 62,100 45.01
Jura 44.32 5,903 7,417 32.75
Schweiz 16.22 252,531 1,304,153 39.88

Eidgenössische Daten von der Bundeskanzlei über LINDAS

Kantonsbevölkerung vom Bundesamt für Statistik und der Historischen Statistik der Schweiz (HSSO)

Kantonale Register