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Eidgenössische Volksinitiative 'für eine sichere, sparsame und umweltgerechte Energieversorgung'

Status
Erledigt
Ergebnis
❌ In der Abstimmung abgelehnt
Unterschriftensammlung
1980-06-17 – 1981-12-17
Abstimmungsdatum
1984-09-23
Gültige Unterschriften
115,191
Empfehlung des Parlaments
❌ Ablehnung der Initiative
Empfehlung des Bundesrats
❌ Ablehnung der Initiative
Form
Eidg. Volksinitiative (Ausgearbeiteter Entwurf)
Verfassungsartikel
Art. 24octies BV

Anmerkung: Vgl. VPB 48.53.

Initiativtext

Die Volksinitiative lautet:

Die Bundesverfassung wird durch einen Energieartikel wie folgt ergänzt:

Art. 24octies (neu)

1In Zusammenarbeit mit den Kantonen und Gemeinden verfolgt der Bund eine Energiepolitik, die folgenden Zielen dient:

  1. Förderung der Lebensqualität bei möglichst geringem Energieeinsatz;
  2. Sicherheit von Mensch und Umwelt;
  3. Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen für die kommenden Generationen;
  4. Gewährleistung der Energieversorgung für wichtige Grundbedürfnisse bei gleichzeitiger Vermeidung einseitiger Abhängigkeiten von nicht-erneuerbaren, importierten Energieträgern und grosstechnologischen Anlagen;
  5. Vorrangige Benutzung landeseigener, erneuerbarer Energiequellen unter Schonung der Landschaft;
  6. Dezentralisierung der Energieerzeugung.

2Der Bund stellt Vorschriften oder durch die Kantone auszuführende Grundsätze auf über:

  1. Mindestanforderungen an die Wärmedämmung bei Neubauten und bewilligungspflichtigen Umbauten und Renovationen;
  2. Wärmetechnische Beurteilung von Mietobjekten, Bekanntgabe der Resultate an die Mieter;
  3. Förderung der Verwendung von Verkehrsmitteln mit günstiger Energiebilanz zu Lasten derjenigen Verkehrsmittel mit ungünstiger Energiebilanz;
  4. Ermittlung und Deklaration des Energiewirkungsgrades von Anlagen, Maschinen und Fahrzeugen;
  5. Finanzielle Anreize für Energiesparmassnahmen, für Verbesserungen des Energiewirkungsgrades von Anlagen, Maschinen und Fahrzeugen, für verbesserte Nutzungstechniken sowie für die Erforschung, Entwicklung und Nutzung einheimischer, erneuerbarer Energiequellen;
  6. Verbot verkaufsfördernder Energietarife;
  7. Beschränkung der Abgabe von Elektrizität für die Wärmeerzeugung und für Klimaanlagen und Verpflichtung der Elektrizitätswerke, den in Wärme-Kraft-Koppelungsanlagen erzeugten Strom zu übernehmen. Der Preis für den Strom richtet sich nach dem für die Werke entstehenden Grenznutzen.

3Zur Finanzierung von Massnahmen im Sinne von Absatz 1 und 2 führt die Bundesgesetzgebung zwecksgebundene Abgaben auf den nicht-erneuerbaren fossilen Brennstoffen, auf der Nuklear- und auf der Hydro-Elektrizität ein. Der Energiegrundbedarf pro Einwohner wird von der Abgabe befreit. Es dürfen keine Steuern auf Energieträgern erhoben werden, die nicht speziell für Massnahmen nach Absatz 1 und 2 bestimmt sind. Vorbehalten bleibt die Bestimmung gemäss Artikel 36ter Absatz 1 und 2 der Bundesverfassung über den Zollertrag auf Treibstoff.

4Von den gesamten Aufwendungen des Bundes für die Energieforschung sind mindestens drei Viertel für Zwecke gemäss Absatz 1 und Massnahmen gemäss Absatz 2 zu verwenden. Die Ergebnisse dieser Energieforschung sind zu veröffentlichen.

5Der Vollzug der Vorschriften nach Abatz 2 und die Erhebung von Abgaben nach Absatz 3 ist unter Vorbehalt abweichender Bestimmungen der Bundesgesetzgebung Sache der Kantone. Das kantonale Recht regelt die Mitwirkung der Gemeinden, das Bundesrecht die Mitwirkung von privaten Organisationen.

Übergangsbestimmungen

1Die Ausführungsgesetzgebung des Bundes zu Artikel 24octies ist innert drei Jahren nach Annahme des Verfassungsartikels auszuarbeiten und - vorbehältlich des Referendums - in Kraft zu setzen.

2Bis zum Inkrafttreten der Ausführungsgesetzgebung des Bundes und des jeweiligen Standortkantons werden keine Bewilligungen mehr neu erteilt für konventionelle Wasser- oder thermische Kraftwerke mit mehr als 35 MW elektrischer bzw. 100 MW thermischer Leistung. Diese Bestimmung findet keine Anwendung auf Anlagen, die am 1. Januar 1980 bereits im Besitze einer nuklearen Baubewilligung der zuständigen Bundesbehörden waren.

Chronologie

Unterschriften nach Kanton

Geodaten © swisstopo

KantonEingereichtGültig Ungültig Anteil an der Bevölkerung (%)
Zürich 29,138 28,903 235 2.57
Bern 14,563 14,321 242 1.57
Luzern 4,128 4,104 24 1.38
Uri 373 371 2 1.11
Schwyz 623 618 5 0.63
Obwalden 253 252 1 0.96
Nidwalden 288 287 1 0.99
Glarus 192 190 2 0.52
Zug 638 634 4 0.83
Freiburg 780 768 12 0.41
Solothurn 4,247 4,223 24 1.94
Basel-Stadt 12,200 12,184 16 6.03
Basel-Landschaft 13,188 13,061 127 5.94
Schaffhausen 1,220 1,210 10 1.74
Appenzell Ausserrhoden 328 323 5 0.68
Appenzell Innerrhoden 41 41 0 0.32
St. Gallen 4,329 4,251 78 1.09
Graubünden 1,513 1,478 35 0.91
Aargau 5,068 4,907 161 1.08
Thurgau 1,054 1,034 20 0.56
Tessin 5,184 5,051 133 1.88
Waadt 7,016 6,905 111 1.31
Wallis 530 510 20 0.23
Neuenburg 3,093 3,043 50 1.94
Genf 5,180 5,102 78 1.45
Jura 1,438 1,420 18 2.21
Schweiz 116,605 115,191 1,414 1.81

Bevölkerungsschätzungen: Bundesamt für Statistik / HSSO

Volksabstimmung vom 23. September 1984: Die Vorlage wurde abgelehnt (Ja 45.77% / Nein 54.23%)

Ergebnisse nach Kanton

Geodaten © swisstopo

KantonJa-Anteil (%) Ja-StimmenNein-Stimmen Stimmbeteiligung (%)
Zürich 44.81 149,432 184,083 46.82
Bern 43.89 109,942 140,568 40.09
Luzern 45.8 39,678 46,963 44.46
Uri 44.65 4,344 5,386 43.76
Schwyz 41.53 10,156 14,297 38.25
Obwalden 45.07 3,211 3,914 40.75
Nidwalden 41.89 3,883 5,386 45.13
Glarus 41.57 4,199 5,901 43.73
Zug 40.43 9,971 14,690 50.89
Freiburg 41.94 15,738 21,786 30.49
Solothurn 40.61 28,712 41,989 49.11
Basel-Stadt 71.14 49,299 19,995 50.95
Basel-Landschaft 62.07 47,787 29,202 53.3
Schaffhausen 42.7 13,373 17,948 73.1
Appenzell Ausserrhoden 40.01 5,828 8,737 46.43
Appenzell Innerrhoden 35.46 1,263 2,299 40.68
St. Gallen 40.5 44,663 65,619 45.0
Graubünden 42.36 17,274 23,502 38.31
Aargau 32.07 38,746 82,070 41.7
Thurgau 34.68 16,539 31,152 42.2
Tessin 55.48 30,770 24,692 34.98
Waadt 52.26 55,885 51,045 33.4
Wallis 34.46 14,659 27,879 29.22
Neuenburg 51.46 16,867 15,913 33.81
Genf 57.22 34,534 25,824 32.36
Jura 53.58 7,014 6,076 31.09
Schweiz 45.77 773,767 916,916 41.62

Eidgenössische Daten von der Bundeskanzlei über LINDAS

Kantonsbevölkerung vom Bundesamt für Statistik und der Historischen Statistik der Schweiz (HSSO)

Kantonale Register