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Eidgenössische Volksinitiative 'Wahrung der Volksrechte in der Zollfrage'

Status
Erledigt
Ergebnis
❌ In der Abstimmung abgelehnt
Unterschriftensammlung
1921-06-15
Abstimmungsdatum
1923-04-15
Gültige Unterschriften
151,321
Empfehlung des Parlaments
❌ Ablehnung der Initiative
Empfehlung des Bundesrats
❌ Ablehnung der Initiative
Form
Eidg. Volksinitiative (Ausgearbeiteter Entwurf)
Verfassungsartikel
Aenderung und Ergänzung der Art. 29 und 89 BV

Anmerkung: Sammelbeginn: Die Initiative wurde im Juni 1921 lanciert, das genaue Datum lässt sich nicht rekonstruieren. Beschluss Parlament: 31.01.1923.

Initiativtext

Die Volksinitiative lautet:

Die Bundesverfassung wird wie folgt geändert:

Art. 29 der Bundesverfassung erhält folgende Fassung:

Bei Erhebung der Zölle müssen folgende Grundsätze beachtet werden:

a. Eingangsgebühren:

  1. Lebensmittel und andere zum nötigen Lebensbedarf erforderliche Gegenstände sind möglichst gering zu taxieren;
  2. ebenso die für die Industrie und Landwirtschaft erforderlichen Stoffe;
  3. die Gegenstände des Luxus unterliegen den höchsten Taxen.

Diese Grundsätze sind, wenn nicht zwingende Gründe entgegenstehen, auch bei der Abschliessung von Handelsverträgen mit dem Auslande zu befolgen.

  1. Allfällige Ausgangsgebühren sind möglichst mässig festzusetzen.
  2. Durch die Zollgesetzgebung sind zur Sicherung des Grenz- und Marktverkehrs geeignete Bestimmungen zu treffen.

  • Die Festsetzung der Eingangs- und Ausgangsgebühren erfolgt auf dem Wege der Bundesgesetzgebung. Dringliche Beschlüsse unter Ausschluss des Referendums sind hierbei nicht zulässig.
  • Dem Bunde bleibt immerhin das Recht vorbehalten, unter ausserordentlichen Umständen in Abweichung von vorstehenden Bestimmungen vorübergehend besondere Massnahmen zu treffen. Solche Massnahmen können vom Bundesrate erlassen und vorläufig in Kraft gesetzt werden, sind jedoch der Bundesversammlung sofort, oder wenn sie nicht versammelt ist, bei ihrem nächsten Zusammentritt zur nachträglichen Genehmigung zu unterbreiten. Werden die Massnahmen nicht innert drei Monaten seit ihrem Erlass genehmigt, so hat sie der Bundesrat sofort ausser Kraft zu setzen.
  • Die Genehmigung durch die Bundesversammlung erfolgt in der Form eines nicht dringlichen Bundesbeschlusses. Wird ein solcher Bundesbeschluss in einer allfälligen Volksabstimmung verworfen, so hat der Bundesrat die besonderen Massnahmen beförderlich, spätestens innert drei Monaten nach dem ablehnenden Volksentscheid aufzuheben.

Art. 89 Abs. 2 erhält folgenden Zusatz: Die in Artikel 29 vorgesehenen Bundesbeschlüsse dürfen nicht als dringlich erklärt werden.

Übergangsbestimmung zu Art. 29

Der dringliche Bundesbeschluss vom 18. Februar 1921 betreffend vorläufige Abänderung des Zolltarifes, ebenso der auf Grund dieses Bundesbeschlusses abgeänderte Gebrauchstarif (Bundesratsbeschluss vom 8. Juni 1921) werden aufgehoben. Der abgeänderte Gebrauchstarif vom 8. Juni 1921 ist beförderlich spätestens auf den 90sten Tag nach dem Tage der Volksabstimmung ausser Kraft zu setzen.

Chronologie

Unterschriften nach Kanton

Geodaten © swisstopo

KantonEingereichtGültig Ungültig Anteil an der Bevölkerung (%)
Zürich 29,476 29,411 65 5.3
Bern 28,422 27,965 457 4.13
Luzern 4,911 4,876 35 2.72
Uri 1,026 1,018 8 4.28
Schwyz 1,723 1,713 10 2.84
Obwalden 59 59 0 0.33
Nidwalden 83 83 0 0.59
Glarus 2,421 2,398 23 7.01
Zug 1,157 1,152 5 3.58
Freiburg 1,121 1,112 9 0.78
Solothurn 5,577 5,564 13 4.17
Basel-Stadt 12,334 12,136 198 8.45
Basel-Landschaft 3,620 3,433 187 4.07
Schaffhausen 1,721 1,715 6 3.39
Appenzell Ausserrhoden 1,984 1,960 24 3.62
Appenzell Innerrhoden 207 207 0 1.43
St. Gallen 11,386 11,369 17 3.87
Graubünden 1,834 1,822 12 1.5
Aargau 9,246 9,235 11 3.78
Thurgau 3,627 3,620 7 2.66
Tessin 2,328 2,282 46 1.49
Waadt 6,683 6,604 79 2.06
Wallis 1,009 981 28 0.76
Neuenburg 15,315 15,244 71 11.73
Genf 5,582 5,362 220 3.13
Schweiz 152,852 151,321 1,531 3.86

Bevölkerungsschätzungen: Bundesamt für Statistik / HSSO

Volksabstimmung vom 15. April 1923: Die Vorlage wurde abgelehnt (Ja 26.77% / Nein 73.23%)

Anmerkung: Gemäss Berechnungen des Statistischen Amtes belief sich die Zahl der Stimmberechtigten auf 989'116 Personen; vgl. hiezu Statistisches Jahrbuch der Schweiz, 36. Jahrgang, Bern 1927. DieserWert wurde 1932 ohne Begründung wieder den amtlichen Abstimmungsergebnissen angeglichen, siehe hiezu Statistisches Jahrbuch der Schweiz, 1932.

Ergebnisse nach Kanton

Geodaten © swisstopo

KantonJa-Anteil (%) Ja-StimmenNein-Stimmen Stimmbeteiligung (%)
Zürich 33.55 35,612 70,523 76.32
Bern 28.97 31,340 76,836 61.87
Luzern 15.64 5,017 27,054 69.47
Uri 21.15 749 2,792 62.29
Schwyz 13.47 1,165 7,487 50.04
Obwalden 6.19 174 2,637 62.05
Nidwalden 8.28 174 1,927 56.66
Glarus 30.06 1,919 4,464 71.54
Zug 20.06 976 3,890 59.97
Freiburg 8.53 2,289 24,537 75.89
Solothurn 33.22 7,244 14,560 64.72
Basel-Stadt 57.59 9,530 7,018 49.06
Basel-Landschaft 34.96 4,386 8,158 60.69
Schaffhausen 29.25 2,941 7,115 86.48
Appenzell Ausserrhoden 30.95 3,154 7,035 75.34
Appenzell Innerrhoden 7.85 173 2,032 65.87
St. Gallen 27.85 15,006 38,874 81.78
Graubünden 13.46 2,739 17,612 71.61
Aargau 26.36 13,120 36,643 85.81
Thurgau 18.24 4,866 21,814 82.42
Tessin 27.47 3,886 10,261 34.89
Waadt 18.32 8,240 36,749 54.1
Wallis 8.31 1,663 18,361 59.83
Neuenburg 40.63 7,830 11,443 57.18
Genf 45.88 6,827 8,054 39.55
Schweiz 26.77 171,020 467,876 65.76

Eidgenössische Daten von der Bundeskanzlei über LINDAS

Kantonsbevölkerung vom Bundesamt für Statistik und der Historischen Statistik der Schweiz (HSSO)

Kantonale Register