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Eidgenössische Volksinitiative 'für preisgünstige Nahrungsmittel und ökologische Bauernhöfe'

Status
Erledigt
Ergebnis
❌ In der Abstimmung abgelehnt
Unterschriftensammlung
1993-06-01 – 1994-12-01
Abstimmungsdatum
1998-09-27
Gültige Unterschriften
111,306
Empfehlung des Parlaments
❌ Ablehnung der Initiative
Empfehlung des Bundesrats
❌ Ablehnung der Initiative
Form
Eidg. Volksinitiative (Ausgearbeiteter Entwurf)
Verfassungsartikel
Ergänzung BV durch einen Art. 31octies (neu)

Initiativtext

Die Volksinitiative lautet:

Die Bundesverfassung wird wie folgt ergänzt:

Art. 31octies (neu)

1Der Schutzbereich der Gesetzgebung zur Erhaltung eines gesunden Bauernstandes gemäss Artikel 31bis Absatz 3 Buchstabe b ist auf bäuerliche Betriebe mit selbständigen Bäuerinnen und Bauern beschränkt. Diese respektieren bei ihrer Tätigkeit die natürlichen Kreisläufe und die gegenseitige Abhängigkeit von Mensch, Tier und Umwelt und produzieren dementsprechend naturnah und tierfreundlich.

2Bäuerliche Betriebe, welche diese Bedingungen erfüllen, haben zur Abgeltung ihrer ökologischen, tierschützerischen und gemeinwirtschaftlichen Leistungen Anspruch auf Direktzahlungen, soweit diese zur Erhaltung und Existenz der Betriebe und zur Erreichung angemessener Einkommen erforderlich sind.

3Als handelspolitische Schutzmassnahmen für landwirtschaftliche Erzeugnisse und für daraus hergestellte Waren sind ausschliesslich Direktzahlungen an bäuerliche Betriebe sowie Zölle ohne jegliche zusätzlichen Abgaben (Ausgleichsabgaben, Zollzuschläge, Tarazuschläge, Preiszuschläge, Abschöpfungen) zulässig. Die Zölle auf landwirtschaftlichen Erzeugnissen und auf daraus hergestellten Waren werden mit referendumspflichtigem Bundesbeschluss festgelegt; andernfalls gelten höchstens die Zollansätze vom 1. Januar 1993.

4Als Anforderungen an Betriebe gemäss Absatz 1 gelten, sofern die Gesetzgebung nicht etwas Gleichwertiges vorschreibt, die Bestimmungen der anerkannten Organisationen des biologischen Landbaus oder von anerkannten Organisationen für andere ökologisch vergleichbare Landbaumethoden sowie die Bestimmungen über besonders tierfreundliche Produktionsformen, wie insbesondere die kontrollierte Freilandhaltung von Nutztieren.

5Die Direktzahlungen an Betriebe nach Absatz 2 betragen mindestens Fr. 3'000.-- pro Hektare, maximal jedoch Fr. 50'000.-- pro Betrieb. Die Höchstgrenze kann nicht durch Betriebsteilung umgangen werden. Im Zweifelsfall ist der Zustand am 1. Januar 1993 massgebend. Auf dem Weg der Gesetzgebung können für Berggebiete höhere Direktzahlungen oder Beiträge an die Alpwirtschaft beschlossen werden. Der Bundesrat setzt die Einkommens- und Vermögensgrenzen für die Bezüger von Direktzahlungen fest.

6Soweit die Gesetzgebung keine Regel für die periodische Anpassung dieser Beiträge an die Entwicklung des Geldwertes enthält, sind die Direktzahlungen jährlich entsprechend der Entwicklung des Landesindexes der Lebenshaltungskosten seit dem 1. Januar 1993 anzupassen.

Chronologie

Unterschriften nach Kanton

Geodaten © swisstopo

KantonEingereichtGültig Ungültig Anteil an der Bevölkerung (%)
Zürich 28,049 27,504 545 2.35
Bern 15,254 14,945 309 1.59
Luzern 4,845 4,818 27 1.43
Uri 147 145 2 0.4
Schwyz 1,123 1,109 14 0.92
Obwalden 289 287 2 0.93
Nidwalden 190 189 1 0.53
Glarus 487 480 7 1.22
Zug 1,034 1,028 6 1.14
Freiburg 1,153 1,147 6 0.52
Solothurn 4,942 4,884 58 2.06
Basel-Stadt 10,581 10,553 28 5.36
Basel-Landschaft 10,060 9,909 151 3.94
Schaffhausen 1,488 1,474 14 1.99
Appenzell Ausserrhoden 476 468 8 0.86
Appenzell Innerrhoden 53 50 3 0.34
St. Gallen 6,140 6,091 49 1.38
Graubünden 1,200 1,140 60 0.62
Aargau 9,182 9,050 132 1.73
Thurgau 1,608 1,512 96 0.69
Tessin 1,915 1,840 75 0.61
Waadt 6,217 6,171 46 1.02
Wallis 2,417 2,348 69 0.87
Neuenburg 1,800 1,775 25 1.08
Genf 1,481 1,428 53 0.36
Jura 976 961 15 1.39
Schweiz 113,107 111,306 1,801 1.59

Bevölkerungsschätzungen: Bundesamt für Statistik / HSSO

Volksabstimmung vom 27. September 1998: Die Vorlage wurde abgelehnt (Ja 23% / Nein 77%)

Ergebnisse nach Kanton

Geodaten © swisstopo

KantonJa-Anteil (%) Ja-StimmenNein-Stimmen Stimmbeteiligung (%)
Zürich 27.35 100,969 268,218 49.22
Bern 26.79 94,539 258,395 53.58
Luzern 19.42 26,281 109,032 60.15
Uri 24.16 3,222 10,116 54.08
Schwyz 18.86 7,849 33,769 50.83
Obwalden 12.29 1,538 10,978 57.98
Nidwalden 15.12 2,325 13,048 59.9
Glarus 21.57 2,636 9,586 50.41
Zug 20.46 7,333 28,503 57.53
Freiburg 14.73 12,870 74,512 56.9
Solothurn 28.03 25,525 65,554 56.63
Basel-Stadt 30.87 20,289 45,443 55.33
Basel-Landschaft 24.46 21,590 66,667 51.92
Schaffhausen 24.27 7,759 24,213 70.46
Appenzell Ausserrhoden 21.94 4,622 16,447 60.13
Appenzell Innerrhoden 13.45 783 5,039 59.13
St. Gallen 24.34 36,663 113,944 53.97
Graubünden 24.96 14,022 42,156 45.74
Aargau 23.22 40,294 133,264 50.84
Thurgau 17.85 13,300 61,215 54.92
Tessin 34.7 25,799 48,546 41.09
Waadt 13.7 22,726 143,106 46.05
Wallis 13.81 11,508 71,839 46.99
Neuenburg 13.74 6,685 41,953 46.65
Genf 21.18 20,481 76,220 48.45
Jura 16.35 4,265 21,828 55.23
Schweiz 23.0 535,873 1,793,591 51.57

Eidgenössische Daten von der Bundeskanzlei über LINDAS

Kantonsbevölkerung vom Bundesamt für Statistik und der Historischen Statistik der Schweiz (HSSO)

Kantonale Register