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Eidgenössische Volksinitiative 'Gesundheit muss bezahlbar bleiben (Gesundheitsinitiative)'

Status
Erledigt
Ergebnis
❌ In der Abstimmung abgelehnt
Unterschriftensammlung
1997-12-09 – 1999-06-09
Abstimmungsdatum
2003-05-18
Gültige Unterschriften
108,081
Empfehlung des Parlaments
❌ Ablehnung der Initiative
Empfehlung des Bundesrats
❌ Ablehnung der Initiative
Form
Eidg. Volksinitiative (Ausgearbeiteter Entwurf)
Verfassungsartikel
Art. 34bis, UeBst Art. 24 (neu), Art. 25 (neu)

Initiativtext

Die Volksinitiative lautet:

I

Die Bundesverfassung wird wie folgt geändert:

Art. 34bis

1Der Bund erlässt Vorschriften über die Kranken- und die Unfallversicherung.

2Die obligatorische Krankenversicherung erfolgt durch gemeinnützige Krankenversicherer. Sie garantiert allen Versicherten eine qualitativ hochstehende, bedarfsgerechte und kostengünstige medizinische Versorgung.

3Die obligatorische Krankenversicherung wird insbesondere finanziert aus:

a.zusätzlichen, zweckgebundenen Einnahmen aus der Mehrwertsteuer in gesetzlich festgelegtem Umfang;

b.in mindestens gleich hohem Umfang durch Beiträge der Versicherten; diese Beiträge werden im Verhältnis zum Einkommen und zum realen Vermögen sowie unter Berücksichtigung der Familienlasten festgelegt.

4Die Krankenversicherer erhalten pro versicherte Person Beiträge aus den unter Absatz 3 genannten Mitteln. Dabei werden die unterschiedlichen Risiken der Versicherer ausgeglichen. Ueberschüsse werden den Versicherten zurückerstattet.

5Bund und Kantone sorgen für eine wirksame Kostendämpfung im Gesundheitswesen.

Der Bund trifft dazu insbesondere folgende Massnahmen:

a.Er regelt die Spitzenmedizin und koordiniert die Gesundheitsplanungen der Kantone.

b.Er bestimmt die Maximalpreise der in der obligatorischen Krankenversicherung erbrachten Leistungen unter Einschluss dar Medikamente.

c.Er erlässt Zulassungsbestimmungen für die Leistungserbringer und sorgt für eine wirksame Qualitätskontrolle.

d.Werden übermässige Leistungsmengen erbracht, ergreift er nach Sparten und Regionen differenziert weitere Kostendämpfungsmassnahmen.

Die Kantone können im Bereich der Gesundheitsplanung weitergehende Massnahmen treffen.

II

Die Uebergangsbestimmungen der Bundesverfassung werden wie folgt ergänzt:

Art. 24 (neu)

1Die Leistungen des Bundes und der Kantone für das Gesundheitswesen haben mindestens dem teuerungsbereinigten Stand des Jahres 1997 zu entsprechen.

2Der Ertrag nach Artikel 34bis Absatz 3 der Bundesverfassung entspricht mindestens dem gesamten Prämienvolumen der obligatorischen Krankenversicherung im Jahr vor Inkrafttreten der Ausführungsgesetzgebung.

Art. 25 (neu)

1Falls das Ausführungsgesetz zu Artikel 34bis nicht innert drei Jahren nach Annahme des Verfassungsartikels in Kraft gesetzt werden kann, erlässt der Bundesrat die notwendigen Ausführungsbestimmungen zu den Absätzen 3 und 5 von Artikel 34bis auf dem Verordnungsweg.

2Er berücksichtigt dabei insbesondere folgende Grundsätze:

a.Für die Beiträge der Versicherten gemäss Absatz 3 Buchstabe b gilt ein Freibetrag von 20'000 Franken für das Einkommen und von 1'000'000 Franken für das reale Vermögen.

b.Die in Absatz 3 Buchstabe b vorgegebenen Beiträge der Versicherten im Verhältnis des realen Vermögens belaufen sich auf mindestens ein Viertel der gesamten Beiträge der Versicherten gemäss Absatz 3 Buchstabe b.

Chronologie

Unterschriften nach Kanton

Geodaten © swisstopo

KantonEingereichtGültig Ungültig Anteil an der Bevölkerung (%)
Zürich 20,940 20,887 53 1.74
Bern 19,202 19,087 115 2.02
Luzern 2,138 2,129 9 0.62
Uri 260 254 6 0.72
Schwyz 1,161 1,161 0 0.91
Obwalden 136 136 0 0.42
Nidwalden 106 105 1 0.28
Glarus 271 266 5 0.69
Zug 684 682 2 0.7
Freiburg 2,867 2,859 8 1.22
Solothurn 3,990 3,955 35 1.62
Basel-Stadt 4,862 4,862 0 2.58
Basel-Landschaft 4,165 3,885 280 1.5
Schaffhausen 1,695 1,361 334 1.85
Appenzell Ausserrhoden 397 385 12 0.72
Appenzell Innerrhoden 29 29 0 0.19
St. Gallen 4,058 3,970 88 0.89
Graubünden 2,456 2,412 44 1.3
Aargau 4,947 4,918 29 0.91
Thurgau 2,025 1,998 27 0.88
Tessin 15,841 15,714 127 5.09
Waadt 6,007 5,954 53 0.97
Wallis 2,639 2,441 198 0.89
Neuenburg 4,170 4,140 30 2.5
Genf 3,043 3,042 1 0.75
Jura 1,468 1,449 19 2.11
Schweiz 109,557 108,081 1,476 1.51

Bevölkerungsschätzungen: Bundesamt für Statistik / HSSO

Volksabstimmung vom 18. Mai 2003: Die Vorlage wurde abgelehnt (Ja 27.09% / Nein 72.91%)

Ergebnisse nach Kanton

Geodaten © swisstopo

KantonJa-Anteil (%) Ja-StimmenNein-Stimmen Stimmbeteiligung (%)
Zürich 28.02 114,792 294,843 52.1
Bern 27.45 88,948 235,121 48.61
Luzern 19.92 24,577 98,775 53.72
Uri 21.44 2,548 9,336 48.06
Schwyz 16.94 8,145 39,949 55.39
Obwalden 14.07 1,644 10,038 52.87
Nidwalden 12.91 1,937 13,066 55.43
Glarus 19.24 2,274 9,546 48.39
Zug 16.93 6,378 31,298 57.4
Freiburg 29.72 22,846 54,036 48.16
Solothurn 23.15 20,886 69,328 55.31
Basel-Stadt 36.58 22,259 38,592 53.47
Basel-Landschaft 24.73 21,694 66,032 50.52
Schaffhausen 28.84 9,005 22,217 69.46
Appenzell Ausserrhoden 17.67 3,334 15,533 53.22
Appenzell Innerrhoden 12.97 567 3,804 43.22
St. Gallen 20.22 28,022 110,589 48.29
Graubünden 23.75 12,690 40,737 42.31
Aargau 19.98 33,288 133,358 46.72
Thurgau 17.84 12,072 55,580 47.82
Tessin 40.75 29,468 42,852 37.73
Waadt 35.41 66,031 120,438 51.27
Wallis 25.01 18,435 55,268 40.11
Neuenburg 40.57 23,214 34,006 55.6
Genf 38.02 40,785 66,496 50.78
Jura 43.78 9,234 11,856 44.75
Schweiz 27.09 625,073 1,682,694 49.68

Eidgenössische Daten von der Bundeskanzlei über LINDAS

Kantonsbevölkerung vom Bundesamt für Statistik und der Historischen Statistik der Schweiz (HSSO)

Kantonale Register