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Eidgenössische Volksinitiative 'Für faire Steuern. Stopp dem Missbrauch beim Steuerwettbewerb (Steuergerechtigkeits-Initiative)'

Status
Erledigt
Ergebnis
❌ In der Abstimmung abgelehnt
Unterschriftensammlung
2006-11-21 – 2008-05-21
Abstimmungsdatum
2010-11-28
Gültige Unterschriften
104,684
Empfehlung des Parlaments
❌ Ablehnung der Initiative
Empfehlung des Bundesrats
❌ Ablehnung der Initiative
Form
Eidg. Volksinitiative (Ausgearbeiteter Entwurf)
Verfassungsartikel
Art. 129 Abs. 2bis (neu); UeBest Art. 197 Ziff. 8 und 9 (neu)

Initiativtext

Die Bundesverfassung vom 18. April 1999 wird wie folgt geändert:

Art. 129 Abs. 2bis (neu) Steuerharmonisierung

2bis Für die Steuertarife und Steuersätze der natürlichen Personen gelten jedoch folgende Grundsätze:

a. Für alleinstehende Personen beträgt der Grenzsteuersatz der kantonalen und kommunalen Einkommenssteuern zusammen mindestens 22 Prozent auf dem Teil des steuerbaren Einkommens, der 250'000 Franken übersteigt. Die Folgen der kalten Progression werden periodisch ausgeglichen.

b. Für alleinstehende Personen beträgt der Grenzsteuersatz der kantonalen und kommunalen Vermögenssteuern zusammen mindestens 5 Promille auf dem Teil des steuerbaren Vermögens, der 2 Millionen Franken übersteigt. Die Folgen der kalten Progression werden periodisch ausgeglichen.

c. Für gemeinsam veranlagte Paare und für alleinstehende Personen, die mit Kindern oder unterstützungsbedürftigen Personen zusammenleben und deren Unterhalt zur Hauptsache bestreiten, können die gemäss Buchstaben a und b für alleinstehende Personen geltenden Beträge erhöht werden.

d. Der durchschnittliche Steuersatz jeder der vom Bund, von den Kantonen oder den Gemeinden erhobenen direkten Steuern darf weder mit steigendem steuerbarem Einkommen noch mit steigendem steuerbarem Vermögen abnehmen.

II

Die Übergangsbestimmungen der Bundesverfassung werden wie folgt ergänzt:

Art. 197 Ziff. 8 und 9 (neu)

8. Übergangsbestimmung zu Art. 129 Abs. 2bis (Steuerharmonisierung)

1 Der Bund erlässt innert drei Jahren nach Annahme von Artikel 129 Absatz 2bis die Ausführungsgesetzgebung.

2 Falls innert dieser Frist kein Ausführungsgesetz in Kraft gesetzt wird, erlässt der Bundesrat die nötigen Ausführungsbestimmungen auf dem Verordnungsweg.

3 Den Kantonen ist eine angemessene Frist zur Anpassung ihrer Gesetzgebung einzuräumen.

9. Übergangsbestimmung zu Art. 135 (Finanzausgleich)

1 Nach Ablauf der Frist, die den Kantonen zur Anpassung ihrer Gesetzgebung an die Ausführungsgesetzgebung zu Artikel 129 Absatz 2bis gewährt wird, leisten diejenigen Kantone, die ihre Steuertarife und Steuersätze aufgrund von Artikel 129 Absatz 2bis anpassen mussten, von den sich dadurch ergebenden Steuermehreinnahmen während einer durch Bundesgesetz festzulegenden Dauer zusätzliche Beiträge an den Finanzausgleich unter den Kantonen.

2 Der Bund erlässt die Ausführungsgesetzgebung.

Chronologie

Unterschriften nach Kanton

Geodaten © swisstopo

KantonEingereichtGültig Ungültig Anteil an der Bevölkerung (%)
Zürich 21,031 20,959 72 1.57
Bern 21,924 21,835 89 2.25
Luzern 5,119 5,094 25 1.38
Uri 433 429 4 1.22
Schwyz 889 889 0 0.62
Obwalden 134 134 0 0.39
Nidwalden 260 260 0 0.64
Glarus 313 313 0 0.82
Zug 488 488 0 0.44
Freiburg 2,647 2,626 21 0.98
Solothurn 3,615 3,596 19 1.43
Basel-Stadt 4,370 4,370 0 2.34
Basel-Landschaft 4,687 4,675 12 1.72
Schaffhausen 1,362 1,361 1 1.81
Appenzell Ausserrhoden 1,143 1,143 0 2.15
Appenzell Innerrhoden 81 81 0 0.52
St. Gallen 5,493 5,487 6 1.16
Graubünden 3,824 3,815 9 2.0
Aargau 5,535 5,530 5 0.93
Thurgau 2,210 2,201 9 0.91
Tessin 2,624 2,590 34 0.78
Waadt 7,652 7,633 19 1.11
Wallis 2,123 2,105 18 0.69
Neuenburg 2,900 2,888 12 1.69
Genf 2,669 2,662 7 0.6
Jura 1,542 1,520 22 2.18
Schweiz 105,068 104,684 384 1.36

Bevölkerungsschätzungen: Bundesamt für Statistik / HSSO

Volksabstimmung vom 28. November 2010: Die Vorlage wurde abgelehnt (Ja 41.54% / Nein 58.46%)

Ergebnisse nach Kanton

Geodaten © swisstopo

KantonJa-Anteil (%) Ja-StimmenNein-Stimmen Stimmbeteiligung (%)
Zürich 41.07 192,579 276,311 54.89
Bern 48.56 169,348 179,418 50.81
Luzern 33.89 47,861 93,364 56.45
Uri 29.18 3,584 8,697 48.43
Schwyz 22.48 12,409 42,789 57.37
Obwalden 20.83 2,908 11,050 57.92
Nidwalden 20.09 3,540 14,077 60.51
Glarus 40.69 4,628 6,746 44.88
Zug 20.5 8,305 32,205 57.23
Freiburg 45.79 38,387 45,441 47.08
Solothurn 41.12 37,686 53,973 54.25
Basel-Stadt 58.68 35,626 25,089 55.18
Basel-Landschaft 46.31 42,773 49,589 50.87
Schaffhausen 40.66 12,548 18,313 67.42
Appenzell Ausserrhoden 38.52 7,972 12,726 56.14
Appenzell Innerrhoden 25.12 1,341 3,998 49.02
St. Gallen 39.51 62,659 95,912 52.63
Graubünden 37.73 21,832 36,035 44.25
Aargau 35.38 71,598 130,757 52.0
Thurgau 35.94 27,902 49,728 50.78
Tessin 40.62 37,434 54,715 46.02
Waadt 46.81 95,208 108,173 51.58
Wallis 31.63 33,276 71,940 54.13
Neuenburg 56.95 28,658 21,665 47.42
Genf 50.7 61,282 59,591 54.27
Jura 58.92 11,885 8,287 41.54
Schweiz 41.54 1,073,229 1,510,589 52.36

Eidgenössische Daten von der Bundeskanzlei über LINDAS

Kantonsbevölkerung vom Bundesamt für Statistik und der Historischen Statistik der Schweiz (HSSO)

Kantonale Register