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Eidgenössische Volksinitiative 'Stipendieninitiative'

Status
Erledigt
Ergebnis
❌ In der Abstimmung abgelehnt
Unterschriftensammlung
2010-07-20 – 2012-01-20
Abstimmungsdatum
2015-06-14
Gültige Unterschriften
117,069
Empfehlung des Parlaments
❌ Ablehnung der Initiative, indirekter Gegenentwurf
Empfehlung des Bundesrats
❌ Ablehnung der Initiative, indirekter Gegenentwurf
Form
Eidg. Volksinitiative (Ausgearbeiteter Entwurf)
Verfassungsartikel
Art. 66 BV; UeBest. Art. 197 Ziff. 8

Anmerkung: Berichtigung: Zufolge eines Versehens der Bundeskanzlei erschien der nachfolgende Initiativtext irrtümlich nicht im Bundesblatt vom 20. Juli 2010. Die Publikation wird hiermit nachgeholt. An der Sammelfrist, die korrekt am 20. Juli 2010 begonnen hat, ändert sich damit nichts. Sie dauert bis zum 20. Januar 2012 (vgl. BBl 2010 5049). Romanische Übersetzung des Initiativtextes gemäss Art. 23 Abs. 4 VPR im deutschsprachigen Bundesblatt vom 27.07.2010 veröffentlicht: BBl 2010 5055.

Initiativtext

Die Volksinitiative lautet:

I

Die Bundesverfassung wird wie folgt geändert:

Art. 66 Ausbildungsbeiträge

1 Die Gesetzgebung über die Vergabe von Ausbildungsbeiträgen an Studierende von Hochschulen und anderen Institutionen des höheren Bildungswesens und über die Finanzierung dieser Beiträge ist Sache des Bundes. Der Bund berücksichtigt dabei die Anliegen der Kantone.

2 Die Ausbildungsbeiträge gewährleisten während einer anerkannten tertiären Erstausbildung einen minimalen Lebensstandard. Die anerkannte tertiäre Erstausbildung umfasst bei Studiengängen, die in Bachelor- und Masterstufe gegliedert sind, beide Stufen; diese können an unterschiedlichen Hochschultypen absolviert werden.

3 Der Bund kann den Kantonen Beiträge an ihre Aufwendungen für Ausbildungsbeiträge an Personen auf anderen Bildungsstufen ausrichten. Er kann ergänzend zu kantonalen Massnahmen die interkantonale Harmonisierung der Ausbildungsbeiträge fördern; dabei wahrt er die kantonale Schulhoheit.

4 Für den Vollzug des Ausbildungsbeitragswesens sind die Kantone zuständig, soweit das Gesetz ihn nicht dem Bund vorbehält. Die Kantone können Ausbildungsbeiträge ausrichten, die über die Beiträge des Bundes hinausgehen.

II

Die Übergangsbestimmungen der Bundesverfassung werden wie folgt geändert:

Art. 197 Ziff. 8 (neu)

8. Übergangsbestimmung zu Art. 66 (Ausbildungsbeiträge)

1 Treten die Ausführungsgesetze zu Artikel 66 Absätze 1-4 nicht innerhalb von vier Jahren nach Annahme durch Volk und Stände in Kraft, so erlässt der Bundesrat die nötigen Ausführungsbestimmungen vorübergehend auf dem Verordnungsweg.

2 Im Falle einer vorübergehenden Verordnung wird der minimale Lebensstandard berechnet aufgrund:

a. der materiellen Grundsicherung gemäss den Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe; und

b. der Ausbildungskosten.



1 SR 101
2 Da die Volksinitiative keine Übergangsbestimmung der Bundesverfassung ersetzen will, erhält die Übergangsbestimmung zum vorliegenden Artikel erst nach der Volksabstimmung die endgültige Ziffer, und zwar aufgrund der Chronologie der in der Volksabstimmung angenommenen Verfassungsänderungen. Die Bundeskanzlei wird die nötigen Anpassungen vor der Veröffentlichung in der Amtlichen Sammlung des Bundesrechts (AS) vornehmen.

Chronologie

Unterschriften nach Kanton

Geodaten © swisstopo

KantonEingereichtGültig Ungültig Anteil an der Bevölkerung (%)
Zürich 23,385 23,358 27 1.66
Bern 30,681 30,642 39 3.09
Luzern 8,628 8,622 6 2.23
Uri 212 212 0 0.59
Schwyz 982 982 0 0.66
Obwalden 318 318 0 0.88
Nidwalden 461 460 1 1.11
Glarus 167 167 0 0.42
Zug 857 856 1 0.73
Freiburg 3,731 3,725 6 1.28
Solothurn 3,833 3,818 15 1.47
Basel-Stadt 6,241 6,241 0 3.33
Basel-Landschaft 4,496 4,489 7 1.62
Schaffhausen 682 682 0 0.87
Appenzell Ausserrhoden 501 501 0 0.94
Appenzell Innerrhoden 89 89 0 0.57
St. Gallen 3,889 3,882 7 0.8
Graubünden 1,873 1,853 20 0.96
Aargau 7,343 7,331 12 1.17
Thurgau 1,746 1,735 11 0.68
Tessin 2,017 1,999 18 0.59
Waadt 8,766 8,749 17 1.19
Wallis 2,037 2,037 0 0.63
Neuenburg 2,513 2,513 0 1.44
Genf 1,287 1,287 0 0.28
Jura 530 521 9 0.73
Schweiz 117,265 117,069 196 1.46

Bevölkerungsschätzungen: Bundesamt für Statistik / HSSO

Volksabstimmung vom 14. Juni 2015: Die Vorlage wurde abgelehnt (Ja 27.46% / Nein 72.54%)

Ergebnisse nach Kanton

Geodaten © swisstopo

KantonJa-Anteil (%) Ja-StimmenNein-Stimmen Stimmbeteiligung (%)
Zürich 26.63 104,096 286,783 44.33
Bern 26.69 74,977 205,929 39.74
Luzern 22.07 24,939 88,038 42.75
Uri 20.83 1,945 7,393 36.43
Schwyz 17.53 8,633 40,619 49.14
Obwalden 15.31 1,919 10,614 49.76
Nidwalden 16.06 2,381 12,448 49.96
Glarus 20.86 1,832 6,950 34.28
Zug 18.37 8,017 35,621 59.77
Freiburg 29.94 23,910 55,949 42.02
Solothurn 25.92 18,449 52,716 40.9
Basel-Stadt 33.94 18,034 35,096 49.15
Basel-Landschaft 26.5 20,451 56,735 42.52
Schaffhausen 28.79 8,341 20,629 62.72
Appenzell Ausserrhoden 21.27 3,711 13,738 46.0
Appenzell Innerrhoden 13.02 551 3,681 38.0
St. Gallen 22.03 28,981 102,587 42.1
Graubünden 22.77 11,924 40,441 39.44
Aargau 22.81 38,317 129,661 41.47
Thurgau 21.06 13,785 51,681 40.59
Tessin 29.12 26,927 65,534 44.13
Waadt 37.98 69,489 113,451 44.38
Wallis 26.78 28,426 77,719 50.96
Neuenburg 42.16 17,747 24,345 38.81
Genf 42.24 45,113 61,685 45.34
Jura 38.37 7,389 11,868 38.45
Schweiz 27.46 610,284 1,611,911 43.45

Eidgenössische Daten von der Bundeskanzlei über LINDAS

Kantonsbevölkerung vom Bundesamt für Statistik und der Historischen Statistik der Schweiz (HSSO)

Kantonale Register