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Eidgenössische Volksinitiative 'Energie- statt Mehrwertsteuer'

Status
Erledigt
Ergebnis
❌ In der Abstimmung abgelehnt
Unterschriftensammlung
2011-06-15 – 2012-12-15
Abstimmungsdatum
2015-03-08
Gültige Unterschriften
108,018
Empfehlung des Parlaments
❌ Ablehnung der Initiative
Empfehlung des Bundesrats
❌ Ablehnung der Initiative
Form
Eidg. Volksinitiative (Ausgearbeiteter Entwurf)
Verfassungsartikel
BV Art. 130a (neu); UeBest Art. 196 Ziff. 3 Abs. 2 Bst. ebis (neu) und Art. 197 Ziff. 9 (neu)

Initiativtext

Die Volksinitiative lautet:

I

Die Bundesverfassung1 wird wie folgt geändert:

Art. 130a (neu) Energiesteuer

1 Der Bund kann auf der Einfuhr und der inländischen Erzeugung nicht erneuerbarer Energie eine Steuer erheben. Wird die Energie ausgeführt, so wird die Steuer zurückerstattet. Die Steuer wird pro Kilowattstunde Primärenergie bemessen.

2 Das Gesetz kann zur Vermeidung wesentlicher Wettbewerbsverzerrungen die Besteuerung der grauen Energie vorsehen.

3 Der Steuersatz wird so festgelegt, dass der Steuerertrag einem festen Prozentsatz des Bruttoinlandproduktes entspricht.

4 Für die einzelnen Energieträger können aufgrund ihrer ökologischen Gesamtbilanz unterschiedliche Steuersätze festgelegt werden.

5 Das Gesetz kann zur Vermeidung wesentlicher Wettbewerbsverzerrungen und zur Vereinfachung der Steuererhebung Ausnahmen von einer vollumfänglichen Besteuerung festlegen.

6 Ist wegen der Entwicklung des Altersaufbaus die Finanzierung der Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung nicht mehr gewährleistet, so können höchstens 13,1 Prozent des Steuerertrags dafür verwendet werden.

7 5 Prozent des nicht zweckgebundenen Ertrags werden für die Prämienverbilligung in der Krankenversicherung zugunsten unterer Einkommensschichten verwendet, sofern nicht durch Gesetz eine andere Verwendung zur Entlastung unterer Einkommensschichten festgelegt wird.

II

Die Übergangsbestimmungen der Bundesverfassung werden wie folgt geändert:

Art. 196 Ziff. 3 Abs. 2 Bst. ebis (neu)

3. Übergangsbestimmung zu Art. 87 (Eisenbahnen und weitere Verkehrsträger)

Abs. 2 Bst. ebis

2 Der Bundesrat kann zur Finanzierung der Eisenbahngrossprojekte:

ebis. 1,5 Prozent des Ertrags der Energiesteuer nach Artikel 130a verwenden;

Art. 197 Ziff. 92 (neu)

9. Übergangsbestimmung zu Art. 130a (Energiesteuer)

1 Mit Inkrafttreten der Gesetzgebung zu Artikel 130a, spätestens jedoch am 31. Dezember des fünften Jahres nach dessen Annahme:

a. werden die Artikel 130, 196 Ziffer 3 Absatz 2 Buchstabe e und 196 Ziffer 14 aufgehoben;

b. wird Artikel 134 wie folgt geändert:

Art. 134 Ausschluss kantonaler und kommunaler Besteuerung

Was die Bundesgesetzgebung als Gegenstand der besonderen Verbrauchssteuern, der Stempelsteuer und der Verrechnungssteuer bezeichnet oder für steuerfrei erklärt, dürfen die Kantone und Gemeinden nicht mit gleichartigen Steuern belasten.

2 Der feste Prozentsatz des Bruttoinlandproduktes in Artikel 130a Absatz 3 wird so festgelegt, dass der Ertrag der Energiesteuer dem durchschnittlichen Ertrag der Mehrwertsteuer in den letzten fünf Jahren vor ihrer Aufhebung entspricht.

3 Tritt die Gesetzgebung zu Artikel 130a nicht spätestens am 1. Januar des sechsten Jahres nach dessen Annahme in Kraft, so regelt der Bundesrat die Einzelheiten.

________________________________________________

1 SR 101

2 Da die Volksinitiative keine Übergangsbestimmung der Bundesverfassung ersetzen will, erhält die Übergangsbestimmung zum vorliegenden Artikel erst nach der Volksabstimmung die endgültige Ziffer, und zwar aufgrund der Chronologie der in der Volksabstimmung angenommenen Verfassungsänderungen. Die Bundeskanzlei wird die nötigen Anpassungen vor der Veröffentlichung in der Amtlichen Sammlung des Bundesrechts (AS) vornehmen.

Chronologie

Unterschriften nach Kanton

Geodaten © swisstopo

KantonEingereichtGültig Ungültig Anteil an der Bevölkerung (%)
Zürich 38,381 38,181 200 2.71
Bern 20,128 19,990 138 2.01
Luzern 6,604 6,600 4 1.71
Uri 268 267 1 0.75
Schwyz 1,276 1,232 44 0.82
Obwalden 238 237 1 0.66
Nidwalden 262 252 10 0.61
Glarus 365 364 1 0.92
Zug 1,366 1,362 4 1.17
Freiburg 1,940 1,934 6 0.66
Solothurn 3,357 3,330 27 1.28
Basel-Stadt 4,099 4,089 10 2.18
Basel-Landschaft 3,800 3,772 28 1.36
Schaffhausen 1,205 1,197 8 1.54
Appenzell Ausserrhoden 760 754 6 1.41
Appenzell Innerrhoden 114 114 0 0.73
St. Gallen 6,926 6,856 70 1.41
Graubünden 2,239 2,222 17 1.15
Aargau 5,140 5,121 19 0.82
Thurgau 4,042 4,009 33 1.56
Tessin 610 605 5 0.18
Waadt 2,979 2,961 18 0.4
Wallis 527 517 10 0.16
Neuenburg 539 539 0 0.31
Genf 1,538 1,389 149 0.3
Jura 127 124 3 0.17
Schweiz 108,830 108,018 812 1.34

Bevölkerungsschätzungen: Bundesamt für Statistik / HSSO

Volksabstimmung vom 8. März 2015: Die Vorlage wurde abgelehnt (Ja 8.03% / Nein 91.97%)

Ergebnisse nach Kanton

Geodaten © swisstopo

KantonJa-Anteil (%) Ja-StimmenNein-Stimmen Stimmbeteiligung (%)
Zürich 10.86 39,793 326,621 40.91
Bern 8.54 23,844 255,457 38.75
Luzern 8.42 10,099 109,893 45.04
Uri 6.0 552 8,651 35.29
Schwyz 6.17 2,697 41,031 43.14
Obwalden 5.94 674 10,681 44.42
Nidwalden 6.01 927 14,485 50.92
Glarus 6.39 557 8,154 33.41
Zug 7.57 2,614 31,912 46.68
Freiburg 5.64 4,888 81,799 45.05
Solothurn 7.48 5,149 63,733 39.24
Basel-Stadt 14.01 6,712 41,206 42.78
Basel-Landschaft 8.5 5,696 61,331 36.23
Schaffhausen 10.87 3,364 27,584 64.98
Appenzell Ausserrhoden 7.98 1,463 16,877 48.07
Appenzell Innerrhoden 5.15 215 3,957 36.83
St. Gallen 7.34 9,727 122,873 42.05
Graubünden 6.94 3,473 46,549 37.09
Aargau 7.73 12,608 150,459 39.85
Thurgau 7.86 5,631 65,995 44.05
Tessin 6.74 5,820 80,483 40.13
Waadt 5.68 10,792 179,164 45.2
Wallis 3.94 3,970 96,844 47.68
Neuenburg 5.9 2,679 42,734 41.27
Genf 9.07 10,291 103,219 47.16
Jura 5.91 1,170 18,634 38.52
Schweiz 8.03 175,405 2,010,326 42.06

Eidgenössische Daten von der Bundeskanzlei über LINDAS

Kantonsbevölkerung vom Bundesamt für Statistik und der Historischen Statistik der Schweiz (HSSO)

Kantonale Register