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Eidgenössische Volksinitiative 'gegen die illegale Einwanderung'

Status
Erledigt
Ergebnis
❌ In der Abstimmung abgelehnt
Unterschriftensammlung
1992-04-21 – 1993-10-21
Abstimmungsdatum
1996-12-01
Gültige Unterschriften
105,596
Empfehlung des Parlaments
❌ Ablehnung der Initiative
Empfehlung des Bundesrats
❌ Ablehnung der Initiative
Form
Eidg. Volksinitiative (Ausgearbeiteter Entwurf)
Verfassungsartikel
Aufhebung von Art. 69ter Abs.2 Bst. d und Ergänzung durch neue Abs.3 und 4 sowie der UeBest. durch einen Art. 20

Initiativtext

Die Volksinitiative lautet:

I

Die Bundesverfassung wird wie folgt geändert:

Art. 69terAbs. 2 Bst. d, Abs. 3 (neu) und Abs. 4 (neu)

2...

d. Aufgehoben.

3Der Bund gewährt Personen nach Massgabe der Gesetzgebung Asyl, die in ihrem Heimatland oder im Land, wo sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden.

4Zur Verhinderung der illegalen Einreise und des Asylrechtsmissbrauches gelten unter Vorbehalt des Rückschiebeverbotes folgende Bestimmungen:

Auf die Asylbewerbung eines illegal Eingereisten wird nicht eingetreten.

  1. Der Asylbewerber hat keinen Rechtsanspruch auf Einreise in die Schweiz während der Dauer des Verfahrens und hat, soweit er sich in der Schweiz befindet, keinen Rechtsanspruch auf freie Niederlassung.
  2. Der Asylbewerber hat keinen Rechtsanspruch auf Erwerbstätigkeit während der Dauer des Verfahrens. Soweit ihm eine Erwerbstätigkeit gestattet wird, untersteht sein Erwerbseinkommen der Verwaltung des Bundes, welcher aus dem Erwerb den Lebensunterhalt des Bewerbers und die weiteren von ihm verursachten Kosten deckt und einen Überschuss erst im Falle der Asylgewährung oder der Ausreise aus der Schweiz auszahlt.
  3. Der Entscheid über Asylgewährung steht dem Bund zu. Mit der Beschwerde gegen den Nichteintretensentscheid und die Asylverweigerung kann nur die Verletzung von Bundesrecht, die willkürliche Sachverhaltsfeststellung und die Verletzung des rechtlichen Gehörs gerügt werden.
  4. Der Asylbewerber, auf dessen Gesuch nicht eingetreten oder dessen Gesuch abgewiesen wurde, wird aus der Schweiz ausgewiesen. Die Verletzung des Rückschiebeverbotes kann im Rechtsmittelverfahren umfassend geprüft werden.

II

Die Übergangsbestimmungen der Bundesverfassung werden wie folgt ergänzt:

Übergangsbestimmungen Art. 21 (neu)

Die Bestimmungen des revidierten Artikels 69ter Absätze 3 und 4 treten drei Monate nach deren Annahme durch Volk und Stände in Kraft. Der Bundesrat erlässt die nötigen Vollzugsbestimmungen auf dem Verordnungswege, bis sie durch die ordentliche Gesetzgebung abgelöst werden.

Chronologie

Unterschriften nach Kanton

Geodaten © swisstopo

KantonEingereichtGültig Ungültig Anteil an der Bevölkerung (%)
Zürich 42,113 41,065 1,048 3.53
Bern 23,173 22,475 698 2.35
Luzern 1,915 1,855 60 0.55
Uri 173 160 13 0.45
Schwyz 3,030 2,971 59 2.51
Obwalden 257 254 3 0.82
Nidwalden 293 275 18 0.78
Glarus 1,237 1,210 27 3.09
Zug 3,026 2,986 40 3.37
Freiburg 303 282 21 0.13
Solothurn 2,204 2,146 58 0.91
Basel-Stadt 1,647 1,603 44 0.81
Basel-Landschaft 2,317 2,251 66 0.96
Schaffhausen 1,596 1,524 72 2.07
Appenzell Ausserrhoden 383 369 14 0.68
Appenzell Innerrhoden 161 158 3 1.08
St. Gallen 3,591 3,541 50 0.81
Graubünden 1,565 1,441 124 0.79
Aargau 11,229 10,918 311 2.1
Thurgau 2,945 2,832 113 1.3
Tessin 3,095 3,020 75 1.01
Waadt 1,643 1,606 37 0.27
Wallis 298 282 16 0.11
Neuenburg 145 143 2 0.09
Genf 186 182 4 0.05
Jura 51 47 4 0.07
Schweiz 108,576 105,596 2,980 1.52

Bevölkerungsschätzungen: Bundesamt für Statistik / HSSO

Volksabstimmung vom 1. Dezember 1996: Die Vorlage wurde abgelehnt (Ja 46.34% / Nein 53.66%)

Ergebnisse nach Kanton

Geodaten © swisstopo

KantonJa-Anteil (%) Ja-StimmenNein-Stimmen Stimmbeteiligung (%)
Zürich 48.46 183,556 195,248 49.75
Bern 45.59 140,143 167,256 46.13
Luzern 50.11 56,357 56,115 49.83
Uri 57.73 6,306 4,617 44.06
Schwyz 59.31 20,212 13,865 42.47
Obwalden 46.26 3,899 4,530 39.76
Nidwalden 53.27 6,673 5,854 49.47
Glarus 58.29 5,317 3,804 37.1
Zug 46.95 13,896 15,703 48.47
Freiburg 41.46 28,402 40,102 45.56
Solothurn 52.03 40,657 37,486 48.24
Basel-Stadt 40.6 28,381 41,529 55.66
Basel-Landschaft 48.25 37,437 40,154 45.25
Schaffhausen 53.81 16,471 14,138 66.03
Appenzell Ausserrhoden 47.8 7,444 8,129 44.24
Appenzell Innerrhoden 59.34 2,405 1,648 41.13
St. Gallen 51.77 61,417 57,207 42.44
Graubünden 43.72 20,268 26,093 37.89
Aargau 54.87 73,754 60,659 39.42
Thurgau 58.7 34,739 24,445 43.44
Tessin 52.0 41,243 38,072 42.71
Waadt 33.4 49,978 99,642 41.96
Wallis 40.88 52,695 76,213 74.65
Neuenburg 35.95 16,525 29,448 44.71
Genf 30.29 26,434 60,835 42.67
Jura 34.75 8,258 15,509 50.49
Schweiz 46.34 982,867 1,138,301 46.75

Eidgenössische Daten von der Bundeskanzlei über LINDAS

Kantonsbevölkerung vom Bundesamt für Statistik und der Historischen Statistik der Schweiz (HSSO)

Kantonale Register